Die 5 schönsten Schweizer Rennradpässe

Roadbike veröffentlicht in der Januar Ausgabe die besten Alpenpässe in Europa. In der Schweiz werden dabei der Albulapass (von Tiefencastel) und der Sustenpass (von Innertkirch) erwähnt. Da ich mit dieser Wertung nicht ganz einverstanden bin, präsentiere ich hier meine Auswahl der 5 schönsten Rennradpässe der Schweiz.

Gotthardpass  (von Airolo)
Gotthard PassDer Klassiker. Die Kopfsteinpflaster der Tremola von Airolo bis auf die Passhöhe haben es in sich. Jedoch gewöhnt man sich sehr schnell daran und die letzten Kilometer sind nicht nur wegen der wunderschönen Aussicht wunderbar zu fahren. Die Kopfsteinpflaster-Strasse steht unter Denkmalschutz und alle paar Jahre ist hier auch die Tour de Suisse zu Gast.

Oftmals hat es viel Wind am Pass und es ist gut möglich, dass das Wetter auf der Nordseite anders ist als jenes der Südseite. Darum immer den Wetterbericht gut studieren bevor man losfährt. Der Gotthardpass ist auch Bestandteil des Alpenbrevets. Wer also Lust hat gleich an einem Tag ein paar Schweizer Pässe zu fahren, sollte diesen Event nicht verpassen.

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Splügenpass (von Chiavenna)
SplügenpassDer Splügenpass ist eigentlich nur ein halber Schweizer Pass. Zudem beschreibe ich hier die italienische Auffahrt. Diese startet in Chiavenna auf 325m über Meer und geht hinauf bis auf 2113m. So richtig geniessen kann man dabei die alte Strasse, bei welcher die Kehren in den Felsen gebaut sind. Immer wieder fährt man durch kleine aber unbeleuchtete Tunnels. Das Licht also nicht vergessen. Vor der Passhöhe kommt man noch an den Lago di Monte Spluga. Aber aufgepasst, zuerst geht es noch ein paar Kilometer dem See entlang und danach folgt der letzte aber knackige Aufstieg zur Passhöhe. Auf der Passhöhe betritt man dann wieder Schweizer Boden.

Die Abfahrt nach Splügen ist ein Genuss für alle Serpentinen Jäger. Meist hat es nur sehr wenig Verkehr und man kann die Kurven richtig ausfahren. Nach Splügen kann man zudem noch dem Rhein bis nach Thusis folgen. Wer Lust hat, kann auch noch die Rheinschlucht besuchen.

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Alublapass (von Tiefencastel)
Albula PassDer Albulapass ist mein Lieblingspass. Von Tiefencastel aus, geht es zuerst gemächlich das Tal hinauf. Die ersten Serpentinen gibt es ein paar Kilometer nach Filisur, wo es an der imposanten Albulaschlucht entlang geht. Tipp für alle nicht schwindelfreien Radler: nicht hinunter schauen. Danach geht es mit stattlichen Steigungsprozenten hinauf nach Bergün. In Bergün heisst es kurz die Beine lockern, denn die im Winter als Schlittelbahn genutzte Strasse hat es in sich. Unter den Viadukten der Rätischen Bahn hindurch gelangt man schliesslich nach Preda. Dort führt das schmale Strässchen durch wunderschöne Nadelwälder hinauf, bis man die Baumgrenze passiert und eine hochalpine Landschaft erreicht. Entlang der Geröllfelder fährt man dann die letzten Kilometer bis zur Passhöhe. Diese liegt auf 2315m.

Der Albulapass ist Bestandteil des Alpenchallenge. Dort kann man den Rundkurs Lenz – Albula – Julierpass – Lenz fahren. Die ganz harten können sogar noch den Bernina anhängen. Ich bin die kurze Version gefahren und kann sie wärmstens weiter empfehlen. 

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Flüelapass von Davos oder Susch
FlüelapassDer Flüelapass ist von beiden Seiten schön zu fahren. Die anspruchsvollere Seite ist jene von Susch im Unterengadin. Diese Seite ist auch wesentlich steiler.

Von Davos her geht es zuerst das Flüelatal hinauf, an der Pischa Talstation vorbei. Schon bald gelangt man aber in hochalpine Landschaften und die Strasse führt über mehrere Kilometer in vielen Kurven hinauf auf die Passhöhe.

Von Susch her sind die ersten Kilometer ziemlich steil. Hat man diese überwunden, dann kann man sich ein wenig erholen. Jedoch schon bald kommen lange und steile Passagen, die es in sich haben. Man wünschte sich, der Strassenbauer hätte ein paar Serpentinen eingeplant. Auch die Passhöhe lässt auf sich warten. Immer wieder scheint die Passhöhe um die Ecke und dann ist es doch nur eine Alphütte.

Ich empfehle den Flüelapass am frühen Morgen zu fahren. Oftmals hat es an einem sonnigen Tag (zu) viele Motorradfahrer.

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Nufenen (von Ulrichen)
Der Nufenenpass ist kurz und steil. Bereits die ersten Kehren kurz nach Ulrichen geben den Tarif an. Danach folgt eine lange und mühsame gerade das Tal hinauf. Oftmals hat es hier einen nicht zu unterschätzenden Gegenwind. Dann geht es endlich links die Serpentinen hoch. Obwohl es steiler wird, ist man froh die lange gerade überwunden zu haben. Der Blick zurück lohnt sich, die Aussicht auf die tief verschneiten Berge ist schlicht atemberaubend. Am Nufenen liegt oft bis im Sommer in den schattigen kurven Schnee. Aber Achtung, eine Schneeballschlaft kostet Energie und die Passhöhe ist erst auf 2478m erreicht.

Die Abfahrt nach Airolo ist dann etwas für die Tempobolzer. Oftmals gerade und ohne grosse Kurven kann man es so richtig laufen lassen. Aber nicht überdrehen, denn vielleicht willst Du in Airolo links abbiegen und den Gotthard hoch fahren. Der Nufenenpass ist auch beim Alpenbrevet im Programm. Also anmelden und an einem Tag zwei meiner Lieblingspasse fahren!

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Es gibt 3 Kommentare für diesen Artikel
  1. Philipp at 20:19

    Interessante Auswahl. Ich hätte noch den Lukmanier von Disentis, den Klausen vom Glarnerland und den Grimsel vom Berner Oberland bezufügen.

  2. Christof at 19:07

    Der Klausen ist auf jeden Fall auch bei mir in den Top 10. Am Lukmanier bin ich einmal fast erfroren, damit ist er unten durch. Der Grimsel ist von Gletsch her schön, aber irgendwie zu kurz für ein Highlight.

  3. 2ni at 22:18

    Ich hätte noch den Pragelpass und Col des Mosses (über Veloland-Route 4)

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