Rennrad fahren im Piemont: Herausforderung und Genuss

Sep 08, 2010 1 Kommentar von

 Weinberg im Piemont

Dank einer Hochzeit im Piemont, konnte ich die Gegend um Mombaruzzo mit dem Rennrad auskundschaften. Stationiert waren wir im wohl besten Hotel im Piemont: La Villa. Das von einem englisch-irischen Ehepaar geführte Hotel besticht durch wunderbare Gastfreundschaft, individuelle und grosszügige Zimmer und einfach fantastisches Essen. Wer einen guten Weintipp möchte, der sollte sich an die Chefin des Hauses wenden.

Steil aber schön
Die Hügel rund um Mombaruzzo haben es in sich. Die Rebberge sind steil und weisen oft Steigungen von 15 Prozent auf. Auf der anderen Seite geht es dann gleich wieder runter und so weiter. Lockeres Einfahren gibt es also nicht. Dafür kann man nach wenigen Kilometern bereits ein stolzes Höhenmeter Konto vorweisen.  Als Entschädigung gibt es auf jedem Hügel eine atemberaubende Aussicht zu bewundern. An Tagen mit klarer Sicht, sieht man sogar bis in die Alpen.

Wo fahren?
Wer auf den Strassen im Weingebiet fährt, sollte die Hauptstrassen meiden. Dort ist der Verkehr ziemlich dicht und auf den Strassen verkehren viele LKWs. Die Nebenstrassen sind dann aber für das Rennrad sehr gut geeignet. Dort sind auch die Steigungen etwas moderater, da sie für etwas mehr Verkehr ausgelegt sind. Die kleinen Nebenstrassen verbinden dann meist am Hang gelegene Dörfer und Weingüter miteinander. Dort kann man so richtig seine Kletterfähigkeiten testen. Die ganz kleinen Strässchen und Wege empfehle ich zu meiden. Oft enden sie im Nichts oder an einem Kiesweg. Das heisst, man muss wieder umkehren und einen grossen Umweg fahren. Bereits gibt es einige Touren auf gpsies.ch, welche man nachfahren kann. Die Hotels verfügen zudem auch über lokale Karten. Damit ist es einfach eine eigene Tour zusammenzustellen. Die Karte einfach nicht zu Hause vergessen. Die Orientierung mitten in den Weinbergen ist manchmal gar nicht so einfach.

Weinberg PiemontDie kleinen Nebenstrassen führen oft an Weingütern und Häusern vorbei, die von Hunden bewacht werden. Hier ist ein wenig Vorsicht geboten. Meist sind die Hunde hinter einem Zaun eingesperrt und man hört nur das Bellen. Sollten sie jedoch frei herumlaufen können, heisst es einen Zwischensprint einlegen und sich rasch in Sicherheit bringen. Wer über keinen Hammerantritt verfügt, oder gerade in einer Steigung ist, der soll absteigen und das Rennrad zwischen sich und den Hund stellen. Auf jeden Fall so schnell wie möglich aus dem Revier fahren, und man ist in Sicherheit.

Unbedingt auch geniessen
Wer unterwegs zu viele Powergels konsumiert, ist selber schuld. Am besten man kommt mit einem Bärenhunger zurück ins Hotel. Die Küche im Piemont ist ein Genuss. Zahlreiche Trattorias können einen über mehrere Gänge so richtig verwöhnen. Dazu gibt es wunderbare Weine, natürlich direkt von den Reben nebenan. Die Hoteliers empfehlen gerne die besten Trattorias der Region und beschreiben auch den Weg dorthin. Sie selbst aufzuspüren ist fast ein Ding der Unmöglichkeit.

Wer gerne ein Weingut besichtigt, dem kann ich das Noceto Michelotti empfehlen. Unbedingt den Barbera Wein degustieren und genügend Platz im Kofferaum für die Weinkartons einplanen. Dann fehlt nur noch ein Besuch in einer Grappa Berta Distillerie und ein paar Amaretti zum Espresso.

Am nächsten Morgen dann aber nicht zu lange liegen bleiben! Gutes Essen muss verdient werden. Im Piemont erst recht.

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One Response to “Rennrad fahren im Piemont: Herausforderung und Genuss”

  1. Christian says:

    Sehr schöner Bericht, das klingt nach einem Traum(kurz)urlaub.
    Irgendwie habe ich jetzt Hunger ;)
    Gruß, Christian

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