Filmkritik: Pédaleur de Charme

Hugo KobletDer Film Pédaleur de Charme ist diese Woche in Zürich angelaufen. Er portraitiert das Leben von Hugo Koblet. Dabei greift er auf original Filmmaterial zurück, spielt Szenen neu und lässt auch Weggefährten von Hugo Koblet wie Ferdy Kübler oder Göpf Weilenmann zu Wort kommen.

Pédaleur de Charme ist durchaus sehenswert. Vor allem die Kommentare der Weggefährten sind sehr interessant. Sie zeichnen jedoch manchmal ein etwas anderes Bild, als in den nachgespielten Szenen. Dort wirkt Hugo Koblet ein wenig flach und emotionslos, was er aber gemäss den Zeitgenossen überhaupt nicht war. Hier fehlt definitv der Charme. Als begeisterter Rennrad Fahrer finde ich, dass man die Radkarriere länger hätte beleuchten können. Der ganze Hype um Hugo Koblet wird einem nicht richtig bewusst. Ausserdem war Hugo ein unglaublich talentierter Sportler. Dass er zum Beispiel bei der Tour de France der gesamten Weltspitze einfach davon fuhr, obwohl diese zusammenspannte, wird nicht fassbar gemacht. Der Regisseur widmet viel Zeit dem Niedergang von Koblet und dem Doping, ohne dabei thematisch in die Tiefe zu gehen. Was mich verwirrt hat, ist die Beziehung zu seiner Mutter. Diese wird sehr seltsam nachgezeichnet.

Pédaleur de Charme ist nicht der grosse Wurf des Schweizer Films. Für die Gümmeler ist es jedoch Pflicht diesen zu sehen und ein wenig Radsportluft der 50er Jahre zu schnuppern. Viele Themen von damals, sind auch heute aktuell. Aber der Geist war total anders. Vor allem die Ehrlichkeit und der Sportsgeist von Ferdy Kübler begeistert mich auch heute noch.

Die letzte Szene der Radsportkarriere von Hugo Koblet ist dann für Zürcher wieder zum Schmunzeln. Diese spielt eigentlich im Jura, wurde jedoch an der Buchenegg gedreht. Die Kurven kenne ich und nun werde ich sicherlich manchmal an den Pedaleur de Charme denken, wenn ich dort hochfahre.

Es gibt 1 Kommentar für diesen Artikel
  1. Nicole Geißler at 22:50

    Na ja, ich kann einigen Aussagen hier nicht ganz zustimmen, trotzdem hat sich der Autor immerhin Mühe beim verfassen gegeben

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