Tirol Tour Tag 1: Inntal und Timmelsjoch

Das erste grosse Rennrad Highlight im 2011 war unsere 4-tägige Tour ins Tirol. Alle Höhepunkte haben nicht in einem Beitrag platz. Darum habe ich beschlossen, für jeden Rennrad Tag einen Post zu schreiben. Entstanden ist daraus die Tirol Tour Serie. Viel Vergnügen beim Lesen!

Inn Überquerung

Wir starteten am Morgen um 8.30 in Zernez. Tagelang hatten wir immer wieder den Wetterbericht studiert. Das Glück war uns hold und die Strassen trocken. In einem guten Einfahrtempo ging es das Engadin hinunter in Richtung der schweizerisch österreichischen Grenze. Ab und zu tröpfelten ein paar Regentropfen auf die Brillen, aber richtig zu regnen begann es nicht.

Frühzeitig wichen wir den Hauptstrassen aus und fuhren auf dem Radwanderweg. Ab und zu mussten wir ein paar hundert Meter auf Kieswegen zurücklegen, oder man führte uns durch kleine Ortschaften. Die meiste Zeit fuhren wir aber auf einem wunderschönen Weg dem Inn entlang und liessen die Seele baumeln (nein, nicht die Beine). Offenbar kann man diesem Weg praktisch autolos bis nach Wien folgen. Das wäre auch einmal eine Tour. Wir genossen es richtig abseits des Verkehrs zu radeln und kamen zügig voran. Ein paar Kilometer nach Landeck ging es dann das Ötztal hoch in Richtung Sölden. Wir stärkten uns kurz vor Sölden mit einem Apfelstrudel in der Konditorei „Christoph“. Ja, ich musste einfach dort anhalten.

TimmelsjochIn Sölden angekommen, wollte ich schon jubeln :“Etappenziel erreicht!“. Nix da, meinte Lukas und wollte zumindest noch nach Obergurgeln. Kaum gesagt, war er schon in den ersten Kurven entschwunden. Na gut, was man gefahren hat, kann man sich ja morgen sparen. Ich hatte das Gefühl nicht vorwärts zu kommen. Als Rennradtussi hatte ich natürlich viel zu viel im Rucksack mitgenommen und letzterer drückte langsam auf den Rücken. Dennoch fuhr ich auf zwei weitere Rennradfahrer auf, die ebenfalls mit Gepäck unterwegs waren. Beiden wollten das Timmelsjoch noch am gleichen Tag bezwingen. Da konnte ich natürlich nicht zurückstecken und fuhr langsam aber stetig dem Gipfel entgegen. Die Beine wurden schwerer und schwerer. Als nach der Mautstelle und einer kurzen Abfahrt diverse Höhenmeter wieder geklaut wurden, brauchte ich definitiv einen weiteren Gel. Irgendwann hatte ich es dann geschafft, und der Hüttenwirt gab uns gerade noch 2 Colas bevor er sein Restaurant schloss. Auf dem Gipfel war es kalt und windig. Dennoch musste natürlich ein Siegerfoto her und wir genossen die Aussicht.

Gut eingepackt gingen wir danach auf die Abfahrt. Die Strasse gehörte uns fast allein und die schier endlosen Kurven waren ein Genuss. Jetzt weiss ich auch warum am Ötztaler gestandene RennradfahrerInnen verweifelt am Strassenrand sitzen und vor Erschöpfung weinen. Das Timmelsjoch ist ungemein steil und verlangt einem nach 3 Pässen wirklich alles ab. Mir war es recht, dass es hinunter ging, erschöpft wie ich war. In St. Leonhard nahmen wir nach 210 Kilometer das erste Hotel. Es war mittlerweile spät geworden. Der Koch bereitete uns sogar noch einen extra grossen Teller Nudeln zu. Das Glas Wein schaffte ich nicht allein. Ein untrügerisches Zeichen, dass ich wirklich müde war. Darum husch ins Körbchen. Wir wollten am nächsten Tag fit sein. Der Jaufenpass wartete vor dem Zimmerfenster.

Es gibt 2 Kommentare für diesen Artikel
  1. René at 11:20

    coole Sache – bin das selber schon mit Gepäck von Sölden in Richtugn Meran gefahren

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