Bodensee Radmarathon – miserable Schweizer Streckenführung

Bodensee Radmarathon

Ziemlich spontan beschlossen wir heute an den Bodensee Radmarathon zu gehen. Wir hatten uns die Silberstrecke ausgesucht. 150km mit Start in Tägerwilen. Zeitig waren wir dort und fuhren nach kurzem Einrollen mit der Fähre hinüber nach Deutschland. Der See war wunderbar nebelverhangen und wir freuten uns richtig auf die Kilometer. Es liess sich gut an. Gleich zu Beginn gab es eine knackige Steigung. Ich haute rein und war voll motiviert. Wir fuhren zwischen Obstfeldern hindurch und entlang von Rebenhängen. Ich wusste gar nicht, dass dort Wein produziert wird. Die Zeit verging im Fluge und die Kilometer schwanden dahin. Es machte richtig Spass. Die Strecke war gut ausgeschildert, oft hatte es Guides, die kritische Stellen anzeigten und wir fuhren auf vielen Velowegen und Nebenstrassen.

Nach der dritten Verpflegungsstation – wir mussten da immer für den Stempel anhalten – war dann aber fertig lustig. Im Radlertross fielen wir in Bregenz ein. Dort staute sich der Verkehr. Wir schlängelten uns durch die vielen Autos und Hektik machte sich breit. Ich dachte durchbeissen, und dann die andere Seeseite geniessen. Denkste, die schweizer Streckenführung war in etwa das Einfallsloseste, was ich je gesehen hatte. Die gesamte Strecke führte an Hauptstrassen entlang! Viele hundert Velofahrer und viel Verkehr. Mein Stimmungsbarometer sank, und ich schielte immer mal wieder links ins Appenzell hoch, träumte von der schönen hügeligen Landschaft. Zuletzt war ich froh, unfallfrei in Tägerwilen zurück zu sein.

Mir tut es Leid für die vielen freiwilligen Helfer, die wirklich sensationell waren. An jedem Verpflegungsposten wurde man herzlich empfangen und es gab allerlei Leckereien aus der Region. Dorfvereine und Schulhäuser stellten ihre Infrastruktur für diesen Anlass zur Verfügung. Zum Beispiel konnte ich nach der Tour in der Garderobe des Fussballclubs duschen.

Nächstes Jahr werde ich nicht mehr an den Bodensee Radmarathon gehen. Ausser auch die Schweizer lassen sich mal etwas zur Streckenführung einfallen. Nötig wär’s!

Es gibt 9 Kommentare für diesen Artikel
  1. Adi at 13:34

    ich meinte, der Bodensee-Radmarathon heisst ‚Bodensee‘ und nicht Appenzeller-Radmarathon…

    Ich fahre gelegentlich die Gold-Tour und kann deine Ansicht nicht teilen. Bregenz ist eng, da stimme ich dir zu. Für den Rest der Strecke hat es viele Radwege. Aber von 4000 Teilnehmern kann auch mal einer anderer Ansicht sein. Richtiger wird es dadurch nicht.

  2. Scale-Stefan at 03:32

    dafür gibt es genug möglichkeitan wo man sich etwas aussuchen kann. das eine gefällt dem und das dem anderen. so ist das in allen dingen und jeder sucht sich für sich die schönsten happen raus. also kopf hoch, die nächste veranstaltung kommt.

  3. Andrea at 08:53

    Muss ich leider voll recht geben! Ich fuhr ebenfalls ab Tägerwilen, es war das zweite Mal dass ich mitfahre und eigentlich nur wegen der deutschen Seite – schade eigentlich. Die schweizer Seite empfand ich zwar als schön aber hochgefährlich!

  4. Alex at 17:21

    Hallo, ich möchte hier auch mal was loswerden.
    Ich bin extra von Niederrhein nach Ailingen ca. 600km angereist, um die schöne Landschaft rund um dem Bodensee zu genießen.
    Um 7.00 Uhr in Ailingen gestartet ging es wunderschön los. Der leichte Nebel und die aufgehende Sonne zauberten die herrlichsten Ausblicke. Nun näherte ich mich Bregenz und ich machte mir schon erste Sorgen, wie man da hindurch geführt wird. Für eine Großstadt war ich positiv überrascht. Ging besser als ich dachte. Bis Altenrhein war die Strecke soweit noch ok, aber zwischen Altenrhein und Tägerwilen ist die Streckenführung echt nicht die allerbeste, und das ist milde ausgedrückt. Wer gerne zwischen Autos, Bussen und LKW’s Rad fährt wird hier bestens bedient. Abgesehen von den Baustellen die in diesem Jahr (2012) vorhanden waren. Spannend wird es auch in den vielen Kreisverkehren. Adrealin pur. Nein ehrlich, das ist Stress. Ich weiß ja nicht, vielleicht empfinden es ja die Organisatoren nicht so oder empfinden diese Situation als normal, wer aber vom Niederrhein kommt und hunderte Kilometer auf befestigten Wirtschaftswegen, so gut wie ohne Verkehr, radfahren kann ist in diesem Punkt freilich verwöhnt. Gut, es kommt sicherlich auch immer darauf an, wo man startet. Wer in Altenrhein startet durchfährt diesen Teil der Strecke natürlich zu einem anderen Zeitpunkt als der, der in Ailingen startet. Also wird das Empfinden bei jedem etwas anders sein.
    Mein Fazit ist, das der überwiegende Streckenteil schon sehr schön ist und auch die Organisation auch super war, also Verpflegung, Beschilderung, Sicherheit durch Flenburger Hütchen etc. Aber so lange die Streckenführung zwischen Altenrhein und Tägerwilen so bleibt wie sie ist, werde ich wohl nicht mehr an dieser Veranstalltung teilnehmen. Dazu ist die Anreise einfach zu weit und wenn man an all die Kosten denkt, Übernachtung, Essen, Sprit und Startgeld, dann will und dann muss es auch ein echtes Highlight sein und das war es eben leider nicht.

  5. Th. Schmidt at 07:53

    Hallo,

    auch ich finde die Strecke auf der Schweizer Seite mehr als fragwürdig.

    Startpunkt war für mich diesmal Mersburg und bis Bregenz ist die Strecke wirklich super-schön. Aber was ab dort angeboten wird, macht absolut keinen Spaß.

    In meiner Gruppe hat es auch einen Unfall gegeben, wobei ein abbiegendes Auto den Fahrradfahrer wohl übersehen hat. Gott sei Dank ist es glimpflich ausgegangen, aber man muss sich wundern, dass nicht mehr passiert.

    Das war mit Sicherheit mein letzter Bodenseemarathon. Schade, denn die freundlichen und engagierten Helfer hätten besseres verdient.

  6. Peter Ring at 20:40

    Was die Streckenfuehrung in der Schweitz angeht, bin ich der gleichen meinung.Denn ich bin diese rundfahrt schon 5 mal gefahren und habe mich auch jedes mal ueber die sehr stark befahrene Hauptstrasse geaergert.An sonsten ist diese Rundfahrt wirklich super.

  7. Thierry Dasen at 15:40

    Der motorisierte Verkehr stört mich ebenfalls sehr zwischen Altenrhein-Radolfzell, anderen Teilstücken, aber vorwiegend zwischen Lindau und Bregenz. Die optimale Fahrt über verkehrsarme Nebenstrassen ist nicht überall möglich. Soviel ich weiss aus organisatorischen Gründen (Bewilligungen usw.), auch kämen geo- und topografisch bedingt ‚zig Kilo- und Höhenmeter hinzu.

    Teils geht die Strecke explizit („polizeiliche Anordnung“, gem. Schil-dern auf der dt. Seite) über Radwege, teils „frei“. Meine Erfahrungen mit diesen Wegen: die Sicherheit ist NICHT besser als auf der Strasse. Strassenquerungen und Einmündungen aus Privat-/Firmenarealen, Laden- und Gaststättenparkplätzen usw. stellen ein grosses Risiko dar, von rechts wie von links. Die Fahrbahn ist oft von groben Unebenheiten übersäht und endet nach relativ kurzer Zeit schon wieder. Wenn ich mir den Weg mit Fussgängern teilen muss, nicht selten mit Gegenverkehr vorgesehen, ist das verkehrssicherheits-technisch rekordverdächtig. Mit dem rennmässigen Tempo, das viele von uns bei 35-45 km/h anschlagen, zuweilen im Peloton, ist dann nichts mehr zu toppen.

    Realistisch betrachtet: viele Strassen sind heute auf alles Motorisierte zugeschnitten, der Langsamverkehr ging vergessen und wird knapp toleriert. Idyllische, ruhige Strecken (-abschnitte) sind Glückssache in einer dichtbesiedelten Region wie der Bodensee eine ist. Das gilt für Pendler- wie für Spazierfahrer, bei einem Sportanlass wird es eng. Da es sich nicht um ein Rennen auf gesperrter Strecke handelt, muss sich jeder von uns gegenüber Anderen rücksichtsvoll und vorausschauend verhalten und immer wieder Tempo rausnehmen. Eine 30km-Rundfahrt lässt sich bestimmt auf Nebenstrassen ausrichten, der Bodensee-Radmarathon nicht. Oder man bläht ihn auf ein 300km-Ultra-Event auf, wenn sich genügend Helfer einfinden und er den Sportlern € 140.00 oder mehr wert ist.

    Das OK, welches dieses Mamutprojekt seit 40 Jahren über 3 Länder-grenzen stemmt, schlägt sich mit vielen Unannehmlichkeiten herum und bietet uns alles in allem einen tollen Anlass. Es verdient den vollen Respekt aller Teilnehmenden.

    Abschliessend finde ich es daneben, die Schweizer Streckenführung als miserabel anzuprangern. Habe vorgestern zwei Unfälle mit involvier-ten Radlern erlebt, beide in Deutschland und Österreich. Zudem: wer mit dem eigenen Wagen anreist, sollte nicht wegen störenden Verkehr meckern.

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