Kluge Köpfe schützen sich – die Velohelm Diskussion

In Deutschland ist eine Diskussion entbrannt, ob Velohelme obligatorisch sein sollen. Der Dialog wird sehr emotional geführt, mit zum Teil sehr originellen Argumenten. Dies hat mich dazu bewogen, auch einmal den Standpunkt von rennradblog.ch darzulegen. Insbesondere auch darum, da ich am letzten Wochenende einen Vater beobachtet habe, der mit seinem Sohn im Primarschulalter ohne Helm die Kreuzung auf dem Römerhof überquert hatte. Am Römerhof kommen 3 Tramstrecken und 4 Strassen zusammen und der Verkehr kann mangels Platz nicht durch Ampeln reguliert werden. Das war also ein ziemlich mutiges Unterfangen.

Generell finde ich die Helmpflicht eine gute Idee. Ich persönlich kann mir nicht mehr vorstellen, ohne Helm loszufahren. Sofort habe ich das Gefühl, dass ich etwas vergessen habe, und fühle mich unsicher. Den meisten Kollegen von mir geht es gleich. Es gibt aber Rennrad Fahrer, die ins Feld führen, dass sie sich mit Helm unwohl und eingeschränkt fühlen. Diese fahren dann meistens mit einer trendigen Retrokappe herum. Besonders aufgefallen ist mir dies in den südlicheren Gebieten der Schweiz und Italien. Dort fahren verhältnismässig viele Rennrad Fahrer ohne Helm.

Personen, die mit dem Rad zu Arbeit fahren, sagen, dass ein Helm die Frisur durcheinander bringt. Darum würden sie es vorziehen, ohne Helm durch die Stadt zu flitzen. Es gibt sogar Velokuriere, die auf einen Helm verzichten, obwohl sie ziemlich forsch unterwegs sein müssen, um die Liefertermine einzuhalten.

Dass ein Helm vor Kopfverletzungen schützt, ist ohne Zweifel belegbar. Die Helmpflicht gesetzlich zu verankern wird aber schwierig. Das Durchsetzen mittels Kontrollen und Verzeigungen fast unmöglich. Der Weg wird vermutlich zum Schluss wieder einmal über das Portemonnaie führen. Rad Fahrer, die sich verpflichten, einen Helm zu tragen, werden von den Versicherungsgesellschaften Verträge zu billigeren Konditionen bekommen. Die Versicherungen können dafür im Gegenzug von tieferen Unfallkosten profitieren.

Meine Grundhaltung hat sich seit der Einführung der Helmpflicht für Motorräder nicht geändert: Kluge Köpfe schützen sich. Natürlich bin ich jetzt an Deiner Meinung interessiert. Könnte ein solches Gesetz Schule machen und schon bald in ganz Europa eingeführt werden?

Bildquelle: giro.com

 

Es gibt 1 Kommentar für diesen Artikel
  1. scale-stefan at 20:11

    Auf den Kopf gehört ein Helm und das sollte ruhig gesetzlich festgehalten werden. Wenn ich die OHNE Fahrer/innen immer sehe, bekomme ich eine Krise.
    Das ist genauso wie auf dem Motorrad mit kurzer Hose, ein absolutes NO GO.
    Aber los geht es ja bei den Erwachsenen als Vorbilder für die Kinder, das kannst du oftmals vergessen. 🙁

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