Die Maut am Stilfserjoch – endlich

Stilfserjoch StrasseWas für eine wunderbare Nachricht. Ab sofort gibt es für die motorisierten Verkehrsteilnehmer am Stilfserjoch eine Maut! Diese beträgt 10 Euro pro Woche, oder 60 Euro pro Saison und soll zur Verkehrsberuhigung beitragen.  Der Erlös fliesst in die Verbesserung der Strasse und in Umweltschutzmassnahmen.

Zu diesem mutigen Schritt kann ich nur gratulieren. In den letzten Jahren nahm der motorisierte Verkehr am Stilfserjoch stetig zu. Am Wochenende gibt es richtiggehend Stau am Joch. Für Rennradfahrer werden die 46 Kehren der wunderschönen Auffahrt zunehmend gefährlich, sowie der Motorenlärm und Abgasgestank unerträglich. Will man seine Ruhe haben, dann gibt es nur den Slow-up, oder man muss unter der Woche ganz früh am Morgen aufbrechen.

Ich bin gespannt, ob diese Massnahme Wirkung zeigt und der Verkehr am Stilfserjoch zurückgeht. Wenn ja, dann muss dieses Modell Schule machen. Ich sehe sowieso nicht ein, dass Pässe, welche keine Durchgangspässe sind, gratis befahren werden dürfen. Dabei denke ich an Pässe wie den Albula, Flüela, Oberalp, Susten, Klausen, Nufenen, die Ibergeregg, Splügen usw. Die Sonntagsfahrer sind für die Umwelt eine Katastrophe und für die Anwohner eine grosse Belastung. Wer dennoch nicht verzichten kann, der soll mit der Maut zumindest einen Teil  seiner externen Kosten (Abgase, Strassenschäden, Unterhalt, Sicherung, etc.) bezahlen.

Ich werde im Juni wieder ans Stilfserjoch fahren. Dieses Jahr ganz neugierig, ob die Maut etwas zur Verkehrsberuhigung beigetragen hat. Dann geniesse ich die Auffahrt umso mehr, und freue mich auf die leckere Wurst an der Passhöhe.

Es gibt 4 Kommentare für diesen Artikel
  1. David at 11:24

    Ich finde diese Diskussionen nicht zielführend. Natürlich schätze ich es auch, wenn es verkehrsfreie Pässe gibt. Aber: Die Autofahrer bezahlen den Unterhalt mit den Abgaben. Und diese sind sehr hoch, ich fahre selber – neben Rennrad und MTB – viel Auto aus beruflichen Gründen.

    Gerade wir RR-Fahrer schätzen gute Strassen mit wenig Schlaglöcher, die nach einem strengen Winter instandgestellt werden. Wir sollten uns alle die Frage stellen, ob wir bereit sind, die Kosten zu tragen, wenn denn die Steuereinnahmen aus dem Autoverkehr stark retour gehen. Maut-Gebühren sind da nur ein Tropfen auf den heissen Stein.

    Und was ist mit den Menschen, die solche Pässe nicht bezwingen können, aber sehr wohl auch mal auf einen solchen Pass wollen? Sicher, es gibt kein „Menschenrecht“ auf Passfahrten. Für uns übrigens auch nicht.

    In der Schweiz driften die Diskussionen leider immer darauf aus, andere auszugrenzen, was ich sehr schade finde.

  2. Christof at 20:16

    vielen dank für deinen kommentar. Ich denke, dass der berufsverkehr auf dem stilfserjoch ziemlich eingeschränkt ist. wer fährt wohl von prat nach bormio zur arbeit?
    Zudem bin ich nicht überzeugt, dass alle schäden vom winter sind. die strasse wird durch motorräder und autos ziemlich arg belastet.
    ausserdem bedeutet eine maut ja nicht, dass personen ausgegrenzt sind. die kosten werden nur gerecht verteilt. ich bin übrigens auch gerne bereit einen beitrag zu bezahlen, um auf das stilfserjoch zu fahren. mit dem rennrad versteht sich.

  3. David at 10:26

    Die meisten Schäden kommen schon im Winter, das sieht man immer ganz deutlich auch in der Stadt. Es ist halt eine schwierige Diskussion. Wir Rennradfahrer sind Nutzniesser eines Strassensystems, das unsere autofahrenden Freunde finanzieren. Und den Begriff Freunde möchte ich hier nicht zynisch verstehen. Dazu gehören Auto- wie auch Motorradfahrer. Natürlich nervt es mich auch ab und zu, wenn sie im Höllenlärm mich am Berg überholen.

    Wenn ich zB in Frankreich fahre, stelle ich fest, dass das Nebeneinander viel besser geht. Es ist alles weniger klar abgegrenzt. In Deutschland, wo für alles Streifen gebaut wurden, nahm die Rücksicht immer mehr ab. Aber das ist wohl ein anderes Thema…

  4. Frischi at 20:29

    Zitat aus der roadbike Ausgabe März 2013
    Die Maut am Stilfser Joch kommt wohl doch nicht – Kommando zurück: In Ausgabe 2/13 berichtete RB von der Maut am Stilfser Joch. Doch jetzt wurde das Unterfangen gestoppt. Offiziell bestätigt ist es noch nicht, aber technische Probleme und Einwände der Nachbarregionen haben die Pläne fürs erste durchkreuzt.

    🙁

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