Ein Entscheid der Vernunft

EntscheidungLetztes Wochenende war ich von Samstag bis Dienstag krank. Eigentlich wollte ich mir in den Walliser Bergen den letzten Schliff für den Ötztaler holen. Leider reiste ich wieder mit 0 Kilometern und Höhenmetern nach Hause. Ein erster Test am Mittwoch und eine kleine Tour am Donnerstag zeigten mir, dass mich die Grippe ganz schön geschlaucht hatte. Nach 90km und etwas über 1200 Höhenmeter war ich platt. Was nun? Kämpferherz auspacken, nach Sölden reisen und in die Pässe fahren, bis der Ofen aus ist? Zuhause bleiben, mich gut regenieren und auf die französischen Alpen vorbereiten? Lange habe ich gewerweisst, überlegt und war hin und her gerissen. Ich könnte ja auch zwei Pässe fahren und dann einfach verladen. Bei richtig schönem Wetter wäre das ja eine Alternative. Und vielleicht hänge ich dann doch noch zwei Pässe an? Der Wetterbericht verspricht aber nicht gerade viel Sonnenschein. Nun habe ich mich endgültig entschieden: Ich verzichte auf den Ötztaler!

Ich will das Risiko nicht eingehen, wieder krank zu werden und das zweite Saisonhighlight nächste Woche zu verpassen. Mit Christian aus Köln verwirkliche ich einen lang gehegten Traum. Wir fahren Galibier, Col du Télégraph und die Alpe d’Huez. Man stelle sich vor, ich breche am Jaufen ein, verlade, und bin dann wieder eine Woche krank. Dann wären wohl Tränen angesagt. Ausserdem habe ich gerade 4 Wochen frei und ich habe noch ein paar andere Hügel auf der Liste, die ich fahren möchte. Käme ich total platt und ausgelaugt nach Hause, dann stünden diese Touren wohl auch zur Diskussion.

Man kann mich jetzt natürlich für eine Lusche halten. Aber egal, die Chefin (Freundin), meint auch es sei besser so, und die Chefchefin (Mama) hat es mir sogar ausdrücklich verboten (Nachere Gripp isch das gföhrlich, und Du spinnsch also wenn das machsch!).

All den harten Jungs und Mädels, die den Ötz fahren, wünsche ich viel Spass und Erfolg. Geniesst die Stimmung! Der Ötz ist etwas ganz Besonderes. Das nächste Jahr bin ich dann wieder mit dabei!

Es gibt 5 Kommentare für diesen Artikel
  1. Rosi Damsch at 19:45

    meine bedauernis ist bei dir. ich kann mir vorstellen, wie das ist auf eine veranstaltung zu verzichten, wenn man(n) oder frau sich soooo drauf gefreut hat. zum glück gibt es die vernunft, auf die der mensch zu hören hat. für die nächsten highlights: kette rechts und viel spass
    rosi

  2. christian at 19:51

    Auf die Chefinnen hören ist nie falsch. Hat meine Chefin (Frau) gerade gesagt.
    Kopf hoch, sicher keine leichte Entscheidung, aber Mensch hat nur einen Körper und so gerne man den auch beim Radeln quält, dass Ding unfit angehen ist mit Sicherheit alles aber nicht gesund.
    Und in Frankreich fahren wir dann ein schönes Ründchen mit Sonnenschein in den Speichen und gutgelaunt und fit!

  3. Steve at 21:06

    Das ist die richtige Entscheidung!

    Gesundheit ist durch nichts zu ersetzen, auch nicht durch einen Ötztaler!

  4. Christof at 13:45

    Danke für die lieben Worte. Ist wohl wirklich besser so. Jetzt kann ich in Ruhe wieder aufbauen und dann den Rennveloherbst noch vergolden.

  5. Markus at 13:33

    Gute Entscheidung – hast eh nix verpasst und wenn du schon angeschlagen an den Start gegangen wärst, hätte das ganze (ohne dir jetzt zu Nah treten zu wollen) in nem DNF geendet. Von daher die richtige Entscheidung und lieber zur Tour mit Chistian wieder gesund sein.

    Viele Grüsse! M 🙂

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