Der Strava Stress

Strava Screenshot

Seit ein paar Wochen habe ich auch einen Strava Account. Die Touren zeichne ich jeweils mit dem Garmin auf und lade sie danach bei strava.com hoch.

Jetzt habe ich ein interessantes Phänomen festgestellt. Dadurch, dass man meist ähnliche Feierabendrunden dreht, oder die ersten und letzten Kilometer der Touren oft identisch sind, fährt man immer wieder die gleichen Strava Streckenabschnitte. Diese will natürlich jeder im Verlaufe einer Saison immer weiter verbessern. Schon bald wird auf den ersten und letzten Kilometern gerast und nichts ist mehr mit ein- und ausrollen.  Die Daten sind ja öffentlich.  Sich ja keine Blösse geben! Dieses Phänomen nenne ich den Strava Stress.

Da ich ziemlich neu bei Strava bin, kann ich noch bei fast jeder Tour die eine oder andere persönliche Bestzeit purzeln lassen. Trotzdem drücke ich beim Hausberg, oder in bestimmten anderen Abschnitten schon ziemlich auf die Tube. Es ist also höchste Zeit loszulassen und wieder gemütlich loszufahren. Ansonsten sind die Körner schon auf den ersten Kilometern verschossen, oder das Training am Anschlag verpufft ohne Wirkung. Auch wenn mal eine Tour ohne Rekorde endet, ist das kein Unglück.

Wer ohne Rekorde nicht leben kann, der muss entweder ins Profi Lager wechseln und sich stetig verbessern, oder seine Touren immer wieder anders fahren. Dann findet er bestimmt einen neuen Streckenabschnitt ohne persönliche Bestzeit.

Es gibt 9 Kommentare für diesen Artikel
  1. Stefan at 21:49

    Das sehe ich gänzlich anders. Ich wurde auch schon angeschrieben, warum bist du denn an diesem Berg an 9ter Position im Ranking oder warum fährst du dort so langsam hoch. Ich denke da sollte man drüberstehen. Entweder du trainierst oder du fährst Fahrrad hat mir mal jemand gesagt. 🙂
    Ich nenne das keine Strava Stress, das ist persönlicher Stress.

  2. Christof at 22:07

    Wow, Dich hat man sogar angeschrieben:-). Der Beitrag ist ja auch nicht ganz ernst gemeint. Ist schon lustig, dass man sich manchmal nicht zurückhalten kann. Aber Segmentorientiertes Intervalltraining (SOIT), wie es Karsten formuliert hat, hat auch etwas für sich.

  3. Stefan at 22:20

    naja angeschrieben nicht so wie du das jetzt denkst. man kennt dort ja auch einige pers. und da kommt dann halt mal als kommentar, wie da hoch bist du 9ter oder sowas in der richtung. das sollte man alles ganz locker sehen aber ich weiß auch das es leider viele nicht locker sehen und sich dadurch selbst unter druck setzen.

  4. Erich at 11:44

    Es gibt doch auch diesen posititven Stress oder? 😉 Als ich von Puls- zu Leistungsorientiertem (Watt/SRM) Training umstellte, und diese Trainings bei Strava einstellte runzelte ich auch das eine oder andere mal auch die Stirn. Ich soff in diversen Abschnitten (Segments) in den Rankings komplett ab. Auf Grund der Vorgaben in Watt fährt man im Training komplett anders. In den Steigungen wie ein Opa um im Range zu bleiben runter oder im Flachen tritt man wie ein Irrer um die sogenannten „Leerkilometer“ zu reduzieren respektive zu vermeiden. Das ergibt dann auf Strava schon mal spezielle Aufzeichnungen, respektive Einheiten. Aber wir wollen ja unsere Leistung optimieren und keine Strava- Champions werden 😉

  5. christof at 21:26

    mit watt habe ich noch nie trainiert. merkst du da deutlich deine leistungssteigerungen? ich mal strava ist gut für intervall… vollgas, langsam und erholen, vollgas etc 🙂 obwohl ich bin bei strava ja auch immer unter ferne pedalten…. 🙂

  6. erich at 12:06

    ich merke dieses Leistungssteigerung nicht nur, ich kann sie so auch messen, respektive 1:1 vergleichen. Es hat schon seinen Grund wenn im Peleton, selbst bei Rennen, fast ausschliesslich mit Wattmessung gefahren wird. Man muss aber, zumindest am Anfang, jemanden zur Seite haben der sich mit dieser Form von Training auskennt. Fazit: Man trainiert auch qualitativ besser. Dafür nehmen die Umfänge ab.

  7. roc at 22:42

    Also Stress würde ich das nicht nennen, es kitzelt einen aber etwas mehr Leistung raus. Ähnlich wie bei einem Rennen der den Adrenalin-Spiegel steigen lässt. 🙂
    @christoph: Die Leistungsmessung bringt für den ambitionierten Hobbysportler einen objektives Bild über die Form. Bis ich für mich aber aus der Vielzahl von Daten zurecht fand, musste ich mich intensiv damit befassen. Unterstützend dazu habe ich ein Buch gelesen, welches mir sehr geholfen hat, die Daten verstehen zu können (Wattmessung im Radsport und Triathlohn). Besonders die regelmässigen Leistungstests (20min bei einem gemässigten Anstieg) zur Ermittlung der Leistungsschwelle sind hilfreich zur Bestimmung der Trainingsbereiche (ähnlich wie beim Puls nur genauer) so kannst du dann auch gezielt dein Training gestalten. Und mit jedem Leistungstest siehst du dann auch schwarz auf weiss wie sich deine Form entwickelt hat.

  8. Lennart at 17:08

    Der Leistungsdruck und der „Wegfalle“ von ordentlichem Warmfahren und Cool-Down lässt sich leicht beheben. Ich habe für jede meiner Hausstrecken ein privates Segment erstellt. Das Segment beginnt ca 4km von meiner Haustür entfernt und endet da auch. So kann ich mich ordentlich warm machen und dann auf meiner Runde Gas geben. Der Vergleich mit verschiedenen Fahrten ist dann auch möglich und man muss nicht schon in der Stadt volles Risiko fahren…macht das Ganze etwas entspannter und durch den Wegfall von eventuellen Speedbremsen wie Ampeln und sonstigem wird das ganze deutlich Aussagekräftiger.

  9. Thomas at 22:54

    Ich bin selber begeistert Strava-Nutzer! Aber ich lasse mich nicht von irgendwelchen Wettkämpfen verleiten um „unter dem Druck zu stehen“.
    Jeder der den Hintergrund des Radfahrens verstanden hat, für den ist es absolut kein Problem den lächerlichen Versuchungen zu widerstehen. Der Radsport verlang nämlich Disziplin und wer sich von unbedeutenden Wettbewerben verleiten lässt, hat es noch nicht ganz begriffen.

    Zeigt eure Kräfte bei lustigen und bedeutsamen Ausfahrten, die ihr gemeinsam mit Kollegen unternehmt.

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